Die Wettervorhersage unserer Vorfahren: Bauernregeln

Leider hat uns der Mairegen in den letzten Tagen einige Draußen-Aktionen beim Umweltdiplom gründlich verdorben. Da kommt mir der alte Spruch „Mairegen bringt Segen“ besonders gemein vor.

Woher kommen solche Redewendungen eigentlich, was bedeuten sie und ist da etwas Wahres dran?

Schon immer spielte das Wetter eine große Rolle für die Menschen. Sie mussten aber ohne moderne Messgeräte wie Thermometer, Barometer oder Satellit auskommen. Weil aber gerade für Bauern Wetter und Wetterentwicklung sehr wichtig war,beobachteten sie ganz genau den Himmel, die Pflanzen oder das Verhalten der Tiere.So versuchten sie gewisse Regeln zu finden und aufzustellen, die ihnen halfen das Wetter vorherzusagen, um dann die Feldarbeit wie die Aussaat, Heueinfuhr oder Ernte zu planen.

Ihre langjährigen Beobachtungen gaben sie als „Bauernregeln” von einer Generation zur nächsten weiter. Und da ein großer Teil der Bevölkerung noch nicht schreiben oder lesen konnte, hat man die Wetteregeln in Reime gepackt, weil man sich die besser merken konnte.

Bauernregeln WwetterhaeuschenDas hier sind zum Beispiel Merksprüche für den Mai:

„Mairegen auf die Saaten, dann regnet es den Bauern Dukaten“ (mittelalterliches Geld)

„Wenn im Mai die Bienen schwärmen, kann der Bauer vor Freude lärmen“

„Wenn‘s im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet“

„Mai kühl und nass füllt dem Bauer Scheun und Fass”.

 

Im Mittelalter brachten die Bauern und Winzer Heilige mit dem Wetter in Verbindung. Die Heiligentage kannten sie aus dem Gottesdienst in der Kirche. So entstand der Begriff der „Eisheiligen“ Die Regel besagt, dass es um die Zeit der Geburtstage der Heiligen Mamerz, Pankratius und Servatius Mitte Mai noch einmal richtig friert. Deswegen sollen Samen und Pflanzen auch erst nach den “Eisheiligen” in die Erde gesetzt werden.

Vielleicht kennt ihr einen erfahrenen Gärtner, den ihr nach seinen Erfahrungen mit den Eisheiligen fragen könnt! Meteorologen (so heißen Wetterforscher) bestätigen mit ihren modernen Computerprogrammen heute, dass viele dieser alten Regeln wahr sind.

Sicherlich habt ihr schon einmal den Spruch gehört:

“Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen. Fliegen sie bis in die Höh´n, bleibt das Wetter noch recht schön!”

By C. Robiller / www.naturlichter.de (http://www.naturlichter.de/key/Mehlschwalbe) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Die Schwalbe im Flug By C. Robiller / www.naturlichter.de, via Wikimedia Commons

Die Erklärung dafür ist nicht, dass Schwalben das Wetter vorhersagen können. Nein, sie haben einfach Appetit auf Fliegen! Hungrige Schwalben schnappen sich Fliegen aus der Luft. Wenn die Luft nun aber feuchter und der Wind stärker wird, fliegen Insekten niedriger, weil es ihnen weiter oben mit ihren empfindlichen Flügeln ungemütlich wird. Da müssen die Schwalben natürlich hinterher. Genau genommen sind also die Fliegen die eigentlichen Wetteranzeiger.

Wenn du dich für das Thema interessierst und du mehr darüber lernen möchtest, wie du das Wetter vorhersagen kannst – komm doch zu unserer Umweltdiplom-Veranstaltung :

Melde dich schnell an!

aus wolken lesen

Konzeption: Kreative Kommunikations Konzepte GmbH | Design & Programmierung: Pixelartists & Joerg Niemann